Wien - Tatra 2008
Kurzbeschrieb der Reise
Reiseberichte und Fotogalerien von der Fahrradtour im Osten Österreichs, Ungarn und der Slowakei.
Angaben zum Fotografen

Florin Rutschmann
Seit Jahren stellt er mit Makro-Objektiv und Kamera den Heuschrecken nach, mit dem Ziel, möglichst alle Arten Europas eines Tages dokumentieren zu können. Neben seiner Tätigkeit bei Orthoptera.ch arbeitet er als Projektleiter im praktischen Naturschutz.
2008.09.15/16 - Hainburg nach Bratislava - Tagesstrecke: Ruhetag / Tagesstrecke: 21 km
Am 15.09.2008 ist es soweit, es regnet und die Temperatur steigt nicht mehr über 10°C hinaus. So kommen wir mit dem Fahrrad nicht weit, bevor wir vollkommen durchgefrohren und nass sind. Es bleibt uns keine andere Wahl, als einen weiteren Ruhetag in Hainburg einzulegen. Wir sehen uns den Schlossberg bei Regen und Nebel an und verkriechen uns bald wieder im warmen Zimmer.
Am Morgen des 16.09.2008 scheint es erst recht freundlich. Düster und bedeckt aber ohne Regen, doch dieser Zustand ändert sich relativ bald. Noch während wir zusammenräumen und das Tandem beladen, beginnt dieser feine aber effektive Regen. Wir montieren die Regenkleider und fahren schlotternd Richtung Bratislava los. Es dauert nicht sehr lange, bis es da und dort entweder vom Regen oder vom Schweiss nass ist. Als wir dann in Bratislava oft anhalten müssen, um uns zu orientieren und im Verkehrsgewühle die richtige Ausfahrt zu finden, ist die Kälte schnell in den Knochen spürbar. Es nützt alles nichts, wir suchen eine bezahlbare Unterkunft. Zufälligerweise kommen wir mitten in der Altstadt am CityHostel vorbei, das mit 58.- € für uns die Schmerzgrenze zwar überschritten hat, doch für die Verhältnisse in Bratislava eher günstiger ist. Lust und Nerven haben wir auch keine mehr, um nach Alternativen zu suchen.
Immerhin kommen wir nun noch in den Genuss, die Stadt etwas anzusehen. Auch bei dem trüben und nassen Wetter zeugt die historische Altstadt vom kulturellen Reichtum dieser Stadt. Direkt ums Eck des Hostels befindet sich das Alte Rathaus (Stará radnica), das mehrere Bürgerhäuser umfasst und während fünf Jahrhunderten der Stadtverwaltung diente. An den Gebäudekomplex mit dem Alten Rathaus angrenzend befindet das imposante Primatial-Palais (Primaciálny palác), das von 1778 bis 1781 für den Erzbischof Joseph Batthyányi erbaut wurde. In der Geschichte nimmt das Gebäude verschiedene Schlüsselrollen ein, z.B. wurde hier 1805 der Friedensvertrag von Pressburg zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet.
Die Burg (Hrad), die 85m über den Donauspiegel weit herum gut sichtbar ist und trotzig über der Stadt wacht, befindet sich momentan in einer vollständigen Restauration und ist kaum zugänglich. Die Aussicht vom Burgberg ist allerdings den Aufstieg alleine schon wert. Es ist ein eigenartiger Anblick, der sich einem zuweilen erschliesst. Diesseits der Donau das historische Zentrum mit den pomösen, alten Bauten. Jenseits erheben sich riesige Betonbunker in den wolkenverhangenen Himmel. Nicht alle sind sie auf die Zeit hinter dem Eisernen Vorhang zurück zu führen, auch neuere Bauten entstehen ganz im Plattenbaustil. Dazwischen schiessen hohe Glastürme aus dem Häusermeer, die an die Moderne und an Westeuropa erinnen lassen. Und nicht zuletzt ragt die Neue Brücke (Nový Most) wie von einem anderen Planeten über die Donau und treibt eine breite, vierspurige Schnellstrasse mitten ins Zentrum, direkt an historischen Bauten, wie dem Martins-Dom, vorbei.
Befindet man sich im Stadtkern, verleitet es einen zum Verweilen und Flanieren. Nur das Verkehrschaos ist omnipräsent.
2008.09.17 - Bratislava nach Smolenice - Tagesstrecke: 65 km
Am 15.09.2008 ist es soweit, es regnet und die Temperatur steigt nicht mehr über 10°C hinaus. So kommen wir mit dem Fahrrad nicht weit, bevor wir vollkommen durchgefrohren und nass sind. Es bleibt uns keine andere Wahl, als einen weiteren Ruhetag in Hainburg einzulegen. Wir sehen uns den Schlossberg bei Regen und Nebel an und verkriechen uns bald wieder im warmen Zimmer.
Am Morgen des 16.09.2008 scheint es erst recht freundlich. Düster und bedeckt aber ohne Regen, doch dieser Zustand ändert sich relativ bald. Noch während wir zusammenräumen und das Tandem beladen, beginnt dieser feine aber effektive Regen. Wir montieren die Regenkleider und fahren schlotternd Richtung Bratislava los. Es dauert nicht sehr lange, bis es da und dort entweder vom Regen oder vom Schweiss nass ist. Als wir dann in Bratislava oft anhalten müssen, um uns zu orientieren und im Verkehrsgewühle die richtige Ausfahrt zu finden, ist die Kälte schnell in den Knochen spürbar. Es nützt alles nichts, wir suchen eine bezahlbare Unterkunft. Zufälligerweise kommen wir mitten in der Altstadt am CityHostel vorbei, das mit 58.- € für uns die Schmerzgrenze zwar überschritten hat, doch für die Verhältnisse in Bratislava eher günstiger ist. Lust und Nerven haben wir auch keine mehr, um nach Alternativen zu suchen.
Immerhin kommen wir nun noch in den Genuss, die Stadt etwas anzusehen. Auch bei dem trüben und nassen Wetter zeugt die historische Altstadt vom kulturellen Reichtum dieser Stadt. Direkt ums Eck des Hostels befindet sich das Alte Rathaus (Stará radnica), das mehrere Bürgerhäuser umfasst und während fünf Jahrhunderten der Stadtverwaltung diente. An den Gebäudekomplex mit dem Alten Rathaus angrenzend befindet das imposante Primatial-Palais (Primaciálny palác), das von 1778 bis 1781 für den Erzbischof Joseph Batthyányi erbaut wurde. In der Geschichte nimmt das Gebäude verschiedene Schlüsselrollen ein, z.B. wurde hier 1805 der Friedensvertrag von Pressburg zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet.
Die Burg (Hrad), die 85m über den Donauspiegel weit herum gut sichtbar ist und trotzig über der Stadt wacht, befindet sich momentan in einer vollständigen Restauration und ist kaum zugänglich. Die Aussicht vom Burgberg ist allerdings den Aufstieg alleine schon wert. Es ist ein eigenartiger Anblick, der sich einem zuweilen erschliesst. Diesseits der Donau das historische Zentrum mit den pomösen, alten Bauten. Jenseits erheben sich riesige Betonbunker in den wolkenverhangenen Himmel. Nicht alle sind sie auf die Zeit hinter dem Eisernen Vorhang zurück zu führen, auch neuere Bauten entstehen ganz im Plattenbaustil. Dazwischen schiessen hohe Glastürme aus dem Häusermeer, die an die Moderne und an Westeuropa erinnen lassen. Und nicht zuletzt ragt die Neue Brücke (Nový Most) wie von einem anderen Planeten über die Donau und treibt eine breite, vierspurige Schnellstrasse mitten ins Zentrum, direkt an historischen Bauten, wie dem Martins-Dom, vorbei.
Befindet man sich im Stadtkern, verleitet es einen zum Verweilen und Flanieren. Nur das Verkehrschaos ist omnipräsent.
2008.09.18 - Smolenice nach Poprad - Tagesstrecke: 47 km
Der Wind hat nicht nachgelassen und in den Gipfeln der Kleinen Karpaten haben sich dichte, dunkle Wolken verfangen. Ansonsten ist es wie in den letzten Tagen einfach nur grau bei knappen 10°C. Die gefühlte Temperatur ist jedoch weit tiefer und setzt uns physisch wie psychisch immer mehr zu. So entscheiden wir uns, die Strecke nur noch bis Piešitany zu fahren, dort auf den Zug Richtung Košice auf zu springen und direkt in die Tatra zu fahren. Der Plan ist; von Poprad Richtung Süden über Rožňava nach Ungarn zu fahren, wo das Wetter hoffentlich besser ist.
Die Strecke entlang der Kleinen Karpaten bis nach Piešitany ist sehr abwechslungsreich. Malerische Dörfer tauchen in den Senken zwischen der sanften Hügellandschaft auf. Annähernd jedes verfügt über eine stolze Burg, die etwas oberhalb des Dorfes thront und schon von Weitem sichtbar ist. So ragt auch in Smolenice ein gewaltiges Schloss (Smolenický Zámok) oberhalb des Dorfes aus dem Walde. Das Schloss wurde im 14. Jahrhundert zum Schutze der Böhmischen Strasse und der Grenzpässe in den Kleinen Karpaten errichtet, befindet sich heute jedoch in Privatbesitz und ist nicht frei zugänglich. Lediglich zu besonderen Anlässen, oder Veranstaltungen werden die Tore teilweise geöffnet.
Am Bahnschalter in Piešitany bekommen wir sofort die freundliche Auskunft, dass der Transport des Fahrrades kein Problem sei und pro Rad lediglich 40.- SK (± 1.33.- €) bezahlt werden müssen. Die Personentickets kosten für uns zusammen 692.- SK (± 22.97.- €), was für eine Fahrt von 263 Km und eine Fahrzeit von über drei Stunden relativ günstig ist. Nach einem kurzen Sprint zum Gepäckwagen und Verlad in Rekordzeit, quetschen wir uns in dem gut besetzten Zug in ein Abteil. Es ist angenehm warm und so erscheint die düstere Landschaft vor dem Fenster gleich viel freundlicher. In Poprad angekommen, suchen wir die gute und günstige Pension aus dem Reiseführer, die es augenscheinlich nicht mehr gibt. Dafür erhalten wir in der gleichen Strasse ein sehr schönes Doppelzimmer in der Pension Cin Cin für 1'200.- SK (± 40.- €).
2008.09.19 - Poprad nach Rožňava - Tagesstrecke: 80 km
Mit ungutem Gefühl packen wir zusammen - wird das Wetter halten, oder erwartet uns der nächste nassekalte Tag! Noch während wir vor uns hin wursteln, setzt der feine Regen ein. Bereits nach 5 Km Fahrt in voller Regenmontur lässt der Regen nach, so dass es wenigstens von oben trocken ist. Es kann doch eigentlich nur besser werden, wir fahren schliesslich gen Süden. Auch wenn sich die Berge der Hohen Tatra (Vysoké Tatry) in dichte Wolken hüllen, ist die Landschaft wunderschön und erinnert stark an die Alpen. Nur der Baustiel der Gebäude ist gewöhnungsbedürftig - Es fehlt irgendwie der typische Berge-Heidi-Look!
Seit 1949 ist eine Fläche von 741 Km² durch den Nationalpark Hohe Tatra auf der slowakischen Seite geschützt und von der UNESCO 1993 als Biosphärenreservat anerkannt worden. Zusammen mit dem Partner-Nationalpark auf der polnischen Seite gilt das Gebiet nicht nur unter Einheimischen als Erholungsresort erster Güte. Für die schöne Landschaft, die frische Luft und das gute Wegenetz ist die Region international bekannt. Leider reicht uns die Zeit nicht, um Berge, Wälder, Flora und Fauna auf einer Wanderung zu bewundern. Die Strecke Richtung Rožňava führt uns durch die Niedere Tatra (Nízke Tatry), durch kleine, halb verlassene Dörfer über Pässe mit mehr als 1000 m ü. M., von wo der Neuschnee in greifbarer Nähe scheint. Es fehlen schätzungsweise noch 200 Höhenmeter bis zum ersten Schnee. Als wir bei Vernár das Schild mit 12% Steigung über eine Strecke von 5 Km sehen, lachen wir noch und meinen; es muss sich dabei wohl wieder um eine sehr grosszügige Auslegung der Distanzangabe handeln, wie wir es in vielen Fällen angetroffen haben. Langsam aber stetig fahren wir die kurvenreiche Strecke durch den Wald den Berg hinauf. Die Temperatur von 7-10°C lässt uns von innen heraus mächtig dampfen, denn es ist einfach zu kühl, um mit optimal durchlüfteten Kleidern zu fahren. Keuchend und mit beschlagener Brille nehmen wir ein Kurve nach der anderen und werden nur durch die grossen Laster, von denen nicht wenige die kleine Passstrasse benutzen, aus dem Tackt gebracht. Einer forderte unsere Nerven ganz speziell heraus. Wegen eines entgegenkommende Fahrzeuges musste er hinter uns abbremsen und während des Überholmanövers wieder beschleunigen. Dabei hat er wohl die von ihm zurückgelegte Strecke massiv unterschätzt und schwenkt kurz vor uns mit dem Zugfahrzeug ein, ich reisse das Steuer nach rechts, es holpert in den Strassengraben und wir drücken uns gegen die Leitplanke. Mit rasendem Puls verfolgen wir die Hinterachsen des Anhängers, wie sie nur knapp neben uns vorbeiwalzen.
Unterwegs passieren wir immer wieder kahlgefegte Bergflanken. Es sind dies Wälder, die dem Orkan im November 2004 zum Opfer fielen. Vor allem die dichten Nadelwälder am Fusse der Hohen Tatra wurden über riesige Flächen innert kürzester Zeit niedergemäht, was einer ökonomischen Katastrophe gleich kam. Die Wälder waren die touristischen Aushängeschilder der Ortschaften wie Tatranska Lonica und Stary Smokovec und prägten die gesamte Landschaft.
Aus den anfänglich belächelten 5 Km 'uphill' wurden schliesslich 8 Km bis zum Erreichen des Passes auf 1048 m ü. M. Auf der anderen Seite geht es steil hinunter, so dass die Bremsen innert Kürze überhitzen und für ein paar Minuten ausser Gefecht gesetzt sind. Zum Glück kennen wir das Spielchen schon zur Genüge und wissen inzwischen, wann eine Pause angesagt ist. Nach der kurzen aber steilen Abfahrt biegen wir links ab und lassen die meisten der bedrohlichen und stinken Lastwagen hinter uns. Wir passieren den Nationalpark Slowakisches Paradies (Slowenský Raj), der durch seine wilden, scheinbar unberührten Wälder und steilen Bergflanken besonders faszinieren erscheint. Der Park bildet den Übergang vom Slowakischen Erzgebirge im Norden zum südlich gelegenen Slowakischen Karst und ist als Zips-Gemer Karst bekannt. Am Rande des Nationalparks unweit von Stratená befindet sich das zweitlängste Höhlensystem der Slowakei (Dobšinská L'adová jaskyňa). Bekannt ist vor allem die Eishöhle, welche im Jahr 2000 von der UNESCO auf die Liste der Weltnaturerbe gesetzt wurde.
Von der Schönheit der Landschaft sind wir derart berauscht, dass wir gar nicht recht realisieren, dass es eine ständige Berg- und Talfahrt ist und dass es zu tropfen beginnt. Kurz vor dem Bergbaustädtchen Dobšiná schlüpfen wir wieder in die Regenkleider und erhaschen einen flüchtigen Blick auf das gewaltigen Panorama, dass sich gegen Süden eröffnet, bevor wir die 5 Km zu Tale rauschen. Steifgefroren vom Wind und dem Regen der bei 7°C ins Gesicht peitscht, erreichen wir die Talsohle und drücken so richtig in die Pedale, um dem Regen zu entkommen. Die Strecke will und will nicht enden. Kurz vor 17:00 Uhr erreichen wir durchnässt und frierend die Touristeninformation von Rožňava und können uns nach einer Unterkunft erkundigen. Sie präsentieren uns einen ganzen Katalog von privaten Unterkünften in der Stadt und der näheren Umgebung. Wir entschieden uns für die Unterkunft bei der Familie Juhász und treffen wie im Reise Know-How Führer beschrieben auf eine Familie, die zwar kaum englisch oder deutsch sprechen kann, dafür aber sehr herzlich und geduldig ist. In Kürze ist das Zimmer mit eigener Küche und Bad hergerichtet und wir stürmen an die Heizungen!
2008.09.20/21 - Rožňava nach Miskolc - Tagesstrecke: Ruhetag / Tagesstrecke: 122 km
Der Samstag (20.09.2008) beginnt wie gewohnt trüb, nass und kalt. Die Unterkunft bei der Familie Juhász ist gemütlich und mit 300.- SK pro Person (± 10.- €) bezahlbar. So fällt die Entscheidung leicht, den Aufenthalt um einen Tag zu verlängern und etwas zu faulenzen. Rožňava (deutsch Rosenau) selbst ist als ehemalige Bergbaustadt absolut sehenswert, zumindest das Zentrum. Vom ehemaligen Glanz der Stadt aus dem 14. und 15. Jahrhundert ist jedoch nicht mehr viel zu sehen. Die wenigen, aber nicht minder spannenden Zeitzeugen finden sich alle am zentralen Platz Námestie Baníkov. Leider sind sämtliche Bilder, die ich an diesem Tag gemacht habe, irgendwo in einem Schwarzenloch verschwunden. Das digitale Zeitalter lässt grüssen!
21.09.2008
Bange erwarten wir morgens den ersten Blick aus dem Fenster. Es sieht immer noch nicht besser aus und Regen fällt ebenfalls. Es nutzt alles nichts, wir müssen langsam aber sicher vorwärts kommen, um rechtzeitig wieder in Wien zu sein. Immerhin ist am Sonntag auf den Strassen nicht soviel los und das Wetter scheint sich auch zu bessern. Die Laubwälder, welche die Karsthügel rechts und links des Tales überziehen schimmern bereits in gelb-roten Farbtönen. Der Herbst hällt rasant einzug.
In Plešivec verlassen wir die Hauptstrasse und fahren einen Umweg auf kleinen Strasse durch das grösste Karstgebeit Europas mit dem Nationalpark Slowakischer Karst (Slowenský Kras) auf der slowakischen Seite und dem ungarischen Aggtelek Nationalpark (Aggteleki Nemzeti Park). Der Umweg lohnt sich. Wir fahren durch eine herbstlich karstige Kulturlandschaft, wobei wir laufend dem Drang zum absteigen und der Erkundung zu Fusse widerstehen müssen. Die Befürchtung an der kleinen Grenze auf eine Sackgasse zu stossen, erweist sich als unbegründet, wir sind hier schliesslich in der EU. In Aggtelek finden wir ein grosses touristisches Angebot, dass zu dieser Jahreszeit und bei den momentanen Wetterverhältnissen etwas verlassen wirkt. Die Strecke Richtung Kazinc-Barcika erweist sich als ideale Route zum radeln und wir kommen auch zügig voran. Doch in der Industriestadt Kazinc-Barcika stossen wir das erste Mal auf die schönen Verbotsschilder entlang der grösseren Strassen, nach denen die Weiterfahrt mit Fahrrad, Pferdefuhrwerk, Landmaschinen oder Schubkarren nicht erlaubt ist. Erst verfluchen wir diese Schilder und halten es für verrückt uns so kategorisch von der Strasse zu verbannen, wenn die Alternative ein schmaler, meist verwachsener Schüttelweg ist, der alle paar 100 Meter in einer Querstrasse mündet und zu starkem Abbremsen veranlasst. Trotz zweispuriger Fahrbahn werden wir von stinkenden sardinenbüchsen reichlich knapp überholt. Am Ende von Kazinc-Barcika führt die Strasse auf direktem Weg nach Miskolc, doch führen das hohe Tempo der Automobilisten und die Aussicht auf eine grosse Baustelle zu etlichen Zweifeln, was das Misachten der Verbotsschilder angeht. Wir kehren um und wollen in einem leichten Bogen über Boldva nach Miskolc fahren. Da wir aber eine auf der Karte eingezeichnete Strasse nicht finden, fahren wir schliesslich einen Umweg von ca. 30 Km und stehen kurz vor der Einfahrt nach Miskolc vor dem gleichen Probelm, dass Fahrräder verboten sind. Alternativen können wir aber weit und breit nicht ausmachen, also fahren wir stur auf dieser Strasse ins Zentrum. In der noblen und teuren Innenstadt treffen wir zufällig auf eine Gruppe von 200-300 Radfahrern, die unter polizeilicher Begleitung gegen oder für irgend etwas demonstrierten. Die ungarische Sprache ist einfach zu gut verschüsselt, als dass wir etwas verstehen könnten und hoffen, dass sie für bessere Bedingungen zu Gunsten der Radfahrer protestieren. Wie wir später erfahren, war der 21-ste ein sogenannt autofreier Sonntag. Doch von autofrei keine Spur.









































