Tylopsis lilifolia
DE:
Lilienblatt-Sichelschrecke
EN:
White Sickle Bush-cricket
Lily Bush-cricket
FR:
Le Phanéroptère liliacé
Locusta gracilis Germar, 1817 | Phaneroptera margineguttata Serville, 1838 | Phaneroptera praeusta Fischer von Waldheim, 1846 | Centrophorus spinosus Fischer von Waldheim, 1846
Morphologie
Tylopsis lilifolia wirkt wie eine schlanke und kontrastreich gezeichnete Art der Gattung Phaneroptera. Die Grundfarbe ist jedoch sehr variabel - von Grün, Braun bis Grau oder gar weisslich. Die kräftigen Fühler sind sehr lang und stets weisslich gefärbt. Die länglichen Augen sind weiss gestreift, wobei helle Streifen von den Mundwerkzeugen über die Stirn auf die Fühlerbasis laufen und ebenso über die Augen und den Halsschild, wo sie Seitenkiele andeuten. Vom Stirngipfel verläuft oft ein dunkler Rückenstreif über Kopf, Halsschild und die Flügeloberseite. Der Halsschild ist in Seitenansicht fast rechteckig, an den Schulterecken ist er ausgerandet. Die sehr schmalen Vorderflügel können dunkel und weiss gefleckt sein und werden von den Hinterflügeln überragt. Auf den Rückensegmenten befindet sich ein schlanker, dornförmiger Fortsatz, der ganz besonders bei den Larven auffällt. Die Schienen sind auch bei grünen Tieren bräunlich überlaufen. Auffallend sind die langen und schlanken Hinterbeine. Die schlanken Cerci der Männchen sind nach innen geschwungen und enden in einem dunkel gefärbten, krallenförmigen Endzahn. Die kurze und breite Legeröhre der Weibchen ist annähernd rechtwinklig nach oben gebogen und endet in einer stumpfen Spitze. Die angebräunte Spitze ist am Aussenrand fein gesägt.
Grössenangaben
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♂ 12-17 mm
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♀ 13-21 mm
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Ovipositor 4,5-6 mm
Gesang
Der Spontangesang von Tylopsis lilifolia erinnert an denjenigen von Phaneroptera nana, ist jedoch lauter und als "tick"-Laut einige Meter weit hörbar. Es werden sowohl Einzelsilben in unregelmässigen Abständen geäussert als auch Gruppen von 2-3 Silben, bevor eine Pause von unterschiedlicher Länge folgt. Der Gesang wird sowohl am Tag als auch nachts vorgetragen.
Verbreitung
Tylopsis lilifolia ist im Mittelmeerraum weit verbreitet und häufig. Die Art kommt von Südportugal entlang der spanischen Mittelmeerküste über ganz Südfrankreich, Italien, die Adriaküste und den südlichen Balkan bis in den westasiatischen Raum vor. Tylopsis lilifolia ist eine typische Art der Ebene, kann jedoch in Griechenland auch in Höhenlagen über 1000 m beobachtet werden.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Die ersten ausgewachsenen Tiere von Tylopsis lilifolia können ab Ende Juni bis November beobachtet werden. Larven sind von Anfang Mai bis in den August anzutreffen.
Die Art ist eine sehr gute und wendige Fliegerin. Farblich ist Tylopsis lilifolia bestens an die Vegetation angepasst: Grüne Individuen finden sich hauptsächlich in grüner Vegetation. Wenn ab Sommer die Vegetation im Mittelmeerraum verdorrt, dominieren braune bis grauliche Exemplare.
Lebensraum
Im Mittelmeerraum stellt Tylopsis lilifolia nur geringe Ansprüche an ihr Habitat. Die Art ist wärmeliebend und bevorzugt trockene Lebensräume. Besiedelt werden Wiesen, Weiden, Brachland, extensiv bewirtschaftetes Ackerland, Waldränder und Buschland. Entscheidend scheint eine gute vertikale Struktur mit hochwachsenden Gräsern, Stauden oder Büschen zu sein.
Gefährdung & Schutz
Aufgrund ihres grossen Verbreitungsgebiets und ihrer Häufigkeit ist Tylopsis lilifolia in Europa nicht gefährdet.
Rote Listen
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CH:Abwesend
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DE:Abwesend
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AT:Abwesend
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Europa:LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Die grösste Ähnlichkeit besteht zu den Phaneroptera-Arten. Aufgrund der Augenfärbung, der Halsschildform und -zeichnung ist Tylopsis lilifolia jedoch sehr charakteristisch. Bei Phaneroptera-Arten sind die Augen in der oberen Hälfte rot gefärbt, und der Halsschild ist am Unterrand rundlich geformt. Zudem sind Phaneroptera-Arten einheitlich grün und weisen eine geringere Variabilität in der Färbung auf.























